Lars’ Braindump

German / DeutschDecember 15, 2010 11:27 am

Der folgende offene Brief ging auch per Einschreiben an die Eurobahn Geschäftsleitung. Sollte ich eine Antwort bekommen, wird diese hier veröffentlicht.

An die Eurobahn
Geschäftsleitung

KEOLIS Deutschland GmbH & Co. KG 
Reinhardtstraße 52, 10117 Berlin

Ein offener Brief

Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich mich beruflich oft in den Niederlanden aufhalte bin ich auch des Öfteren Kunde der Eurobahn. So auch heute, am 14.12.2010. Auf meinem Weg von Nijmegen nach Köln musste ich in Venlo umsteigen, in die ERB20233, planmäßige Abfahrt 19:05. Um kurz nach 19:00 kam dann die Durchsage, dass die Bahn nicht führe, und stattdessen ein Ersatzbus fahren würde. Stimmung! Gründe wurden nicht genannt. In der naiven Annahme, dass der Ersatzbus auch um ca. 19:05 abfahren würde, begab ich mich zum Bahnhofsvorplatz. Der Bus kam um ca. 19:30. Alle Fahrgäste durften bis dahin in der Kälte stehen, und hatten keinen Schimmer davon, wann und ob der angekündigte Bus kommen würde. Das holländische Personal war freundlich, aber ratlos.

Fragen:

  • Warum schaffen Sie es nicht, Ersatzbusse so einzusetzen, dass sie zumindest ungefähr zur gleichen Zeit am Startbahnhof abfahren wie der reguläre Zug?

  • Sparen Sie so sehr sogar an den Ersatzbussen, dass Sie Ihre Gäste lieber eine halbe Stunde in der Kälte stehen lassen?

  • Warum sind Sie nicht in der Lage, Ihre Fahrgäste zumindest darüber zu informieren, wann ungefähr der Ersatzbus ankommt? Warum hat weder die holländische Bahn, noch die Deutsche Bahn (habe ich angerufen) Informationen darüber? Haben Ihre Busfahrer keine Handys? Haben sie keinen groben Einsatzplan für solche Vorfälle?

Doch dann ging der Spaß erst richtig los! Der Bus war zu klein, um allen Fahrgästen einen Sitzplatz zu bieten. Es stank in dem Bus, und das Display zeigte keine verwertbare Informationen. Wir fuhren los. Ich erwartete, wieder sehr naiv, dass der Busfahrer jetzt eine Durchsage machen würde, irgendwas sagt, was einem eine Vorstellung davon gibt, wo wir hinfahren, wie lange das ungefähr dauert, und so weiter. Eine Entschuldigung habe ich ja gar nicht erwartet! Aber es kam nichts. Nichts. Der Herr fuhr los, und man durfte rätseln, wo er wohl hinfährt. Da wir netterweise die ersten 20 Minuten im Totalstau standen, wegen einem Fußballspiel in Venlo, habe ich den Busfahrer dann darum gebeten, eine Durchsage zu machen. Daraufhin erwiderte er gereizt, wir seien ja noch nicht mal auf der Autobahn, ich solle mich mal gedulden.

Kennen Sie den Film Falling Down mit Michael Douglas? Den sollten Sie mal sehen, dann können Sie jene Situation ungefähr nachvollziehen.

Es fand also auch auf meine Bitte hin keine Durchsage statt. Gar keine. Später dann (auf der Autobahn!) ließ sich der Fahrer dann tatsächlich dazu herab, zumindest die nächste Haltestelle durchzusagen (Kaldenkirchen, falls da jemand hinwolle, wollte aber keiner). Jetzt wurden auch andere Fahrgäste langsam ungehalten, und forderten den Herrn dazu auf, doch mal endlich mit der Sprache herauszurücken, wo er denn hinfahre. So auf lange Sicht. Und siehe da, er verriet dann das nächste Puzzlestück - die Zielhaltestelle - Viersen! Ich wollte zumindest bis nach Mönchengladbach, um da umzusteigen, aber ich will nicht kleinlich sein. Wie es dann in Viersen mit den Zügen weitergehe, und ob man vorher nochmal halten würde, dass wollte er wieder nicht sagen. Er würde ja immerhin jetzt fahren. Als er im Stau stand wollte er ja auch nichts sagen. Er war halt eigen, der Herr Busfahrer. Er sagte dann auch nur sehr widerwillig, und nach fortgeschritten gereizter Aufforderung weiterer Gäste Ihres Unternehmens, die nächste Haltestelle durch (so langsam bekam man ein Bild der Reise), und die Endstation (Viersen) dann schrie netterweise ein Fahrgast durch den Bus, weil jetzt wollte er nun wirklich nicht mehr, das hätte er ja schon vorher mal gesagt (O-Ton). Wir erreichten dann ca. 20:20 Viersen. Und da durfte man dann sehen, wie man weiterkam. Kein Personal, keine Durchsage, nichts.

Animal transport 3
By Izvora (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Fragen:

  • Warum sind ihre Mitarbeiter dermaßen umfassend sozial inkompetent?

  • Ist das Ihr Ernst, Busfahrer einzusetzen, die den Fahrgästen das Gefühl geben, sich in einem Viehtransporter zu befinden? Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Subunternehmer oder sowas, das interessiert nämlich keinen ihrer Kunden, wirklich gar keinen! Das ist Ihr Ersatzbus, und dafür sind Sie verantwortlich.

Dass Ihre Züge ausfallen ist eine Sache. Dass man eine halbe Stunde in der Kälte warten muss, und nicht informiert wird, schon eine andere. Und dass man dann wie Schweine durch das Land gekarrt wird, eine ganz andere.

Haben Sie überhaupt keinen Anstand und Respekt vor Ihren Kunden?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

 

German / DeutschNovember 21, 2010 3:13 pm

Ich muss mal wieder über die Deutsche Bahn schreiben. Mehr durch Zufall ist mir aufgefallen, dass ich seit Jahren überteuerte Tickets kaufe, nämlich immer dann, wenn ich ins Ausland fahre (was ich fast jede Woche mache). Das magische Wort lautet RAILPLUS, und ist in jeder Bahncard ab Kauftag 09.12.2007 enthalten. Zu erkennen an diesem Logo auf der Bahncard:

 

Für eine ganze Reihe Länder bekommt man damit 25% Ermäßigung  auf den Fahrpreis. Soweit die Theorie. Praktisch hat man mir diese Ermäßigung so gut wie immer vorenthalten.

Zunächst einmal scheint es beim Kauf im Internet gar keine Möglichkeit zu geben, RAILPLUS zu nutzen. Es wird schlicht und einfach ignoriert. Aber selbst beim Kauf am Schalter wurde mir nie dieser Rabatt gewährt, bis auf einmal, und da wurde ich stutzig. Das Ticket von Köln nach Eindhoven kostete auf einmal keine 36,70 EUR sondern nur noch 31,50 EUR. Und ganz klein stand es da auf den günstigeren Ticket - RAILPLUS:

Bei diesem Ticket ist der Preisunterschied noch gering, da der Auslandsanteil gering ist. Bei anderen Fahrten können die 25% schon wesentlich werden. Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Geld ich bisher dadurch verschenkt habe. Und dass man weder im Internet, noch am Schalter darauf hingewiesen wird, ist schon ein starkes Stück.

German / Deutsch, Thoughts and DoodleNovember 19, 2010 2:26 pm
Am Kölner Hbf. Jede Minute könnte hier eine Bombe hochgehen! Endlich habe ich dank Bild und Express Angst vor den Terroristen, die an jeder Ecke lauern.
 
 Cologne
 
Wann bekommen wir endlich eine richtige Vorratsdatenspeicherung, mit lückenloser Telefon-, Email und Handyüberwachung? Wann kommen endlich die Netzsperren, damit ich vor Kinderpornographie im Tatort Internet abgeschirmt werde? Warum beschützt mich dieser Staat nicht? Der Thomas, die Ursula und der Wolfgang, die sollen das richten, ich habe nichts zu verbergen, sollen die endlich die Mittel in die Hand bekommen, die sie brauchen! Was ist das für eine Freiheit, mit dieser ständigen, irrationalen Angst? Am Ende, wenn dann doch was passiert, dann haben wir es wenigstens alle kommen sehen.
 
Das muss man ja mal sagen dürfen.
 
Unix and FriendsJune 8, 2010 1:33 pm

Sometimes you want to get rid of all these .svn or CVS directories (or whatever directories/files). Doing this manually is a pain, better use basic Unix commands. For instance:

rm -rf `find . -name ".svn"`

This recursively deletes all .svn directories, starting in the current directory. In a similar way you can delete all CVS directories, or all *.class files:

rm -rf `find . -name "*.class"`

or whatever. If you have an alias for the rm command (like alias rm=’rm -i’), which makes the rm command prompt before every removal, you can get rid of that prompting by prefixing the rm command with a backslash, like:

\rm -rf `find . -name "CVS"`

But make sure that you do not delete stuff accidentally here.

German / DeutschMarch 23, 2010 2:15 pm

Wer regelmäßig Deutsche Bahn fährt beobachtet immer wieder die gleichen Anfängerfehler seiner Mitfahrer(innen). Dazu kommt dann noch eine spezielle Kategorie Bahnfahrer, die einem gehörig auf die Nerven fallen kann. Die folgenden Regeln sollen hier helfen, sie beziehen sich im Besonderen auf den Fernverkehr.

Vor der Fahrt

  1. Du sollst nicht umsteigen
    Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, steige nicht um. Umsteigen ist meistens stressig und klappt oft gar nicht. Suche gezielt nach Direktverbindungen, auch wenn die vielleicht etwas länger dauern oder ein wenig teurer sind. Kein Zittern, ob man den Anschlusszug bekommt, kein Rennen auf fremden Bahnsteigen, es lohnt sich!
  2. Wenn Du doch umsteigst, tu es gemächlich
    Die Bahn geht davon aus, dass eine Umsteigezeit von 5 Minuten ausreicht. Wenn ich alleine von meiner eigenen Erfahrung ausgehe, ist das in über der Hälfte aller Fälle nicht ausreichend. Nimm 10 Minuten, mindestens. Dies kann man in der Suche unter "Weitere Optionen" einstellen. Und kenne immer den nächsten Zug, falls Du Deinen Anschluss verpasst.
  3. Du sollst nicht stehen
    Reserviere einen Sitzplatz. Züge neigen dazu voll zu sein, gerade ICEs. Reservieren kostet etwas, aber auch hier gilt - es lohnt sich. Gerade mit Gepäck ist es extrem nervig durch einen vollen Zug zu stolpern, und nach einem freien Sitz zu suchen.
  4. Du sollst Deinen Wagen kennen
    Es gibt für alle Züge mit möglicher Sitzplatzreservierung am Bahnsteig einen sogenannten Wagenstandanzeiger. Dieser verrät, wo der Wagen, in dem sich Dein reservierter Sitzplatz befindet, ungefähr halten wird. Sich rechtzeitig dorthin zu begeben hat den großen Vorteil, nicht durch den halben Zug laufen zu müssen.

Während der Fahrt

  1. Du sollst den Gang freihalten
    Du kannst Dein Gepäck z.B. auf der Ablege über den Sitzreihen ablegen. Lass den Gang frei, das ist kein Hindernisparcours. Außerdem kommt dann der Snackwagen nicht mehr durch.
  2. Du sollst Deine Rückenlehne unangetastet lassen
    Es ist eine Unart, seine Rückenlehne nach hinten zu lehnen. Dies nimmt der Person, die hinter einem sitzt, Platz, und macht so z.B. das Arbeiten am Laptop extrem unangenehm. Eine Ausnahme ist gegeben, wenn hinter Dir keiner sitzt. Wenn Du es nun gar nicht schaffst gerade zu sitzen, dann ist es das Mindeste, die Person hinter Dir darauf aufmerksam zu machen, bevor Du den Sitzt verstellst. So kann sie wenigstens noch ihren Kaffee in Sicherheit bringen.
  3. Du sollst nicht üblen Geruch verbreiten
    Dies bezieht sich besonders auf die Nahrungsaufnahme. Alles, was stinkt, geht gar nicht. Döner oder McRibs sind hier nur die Highlights. Generell ist warme Nahrung nicht für den Zug geeignet. Leberwurstbrötchen sind aber auch zu verachten.
  4. Du sollst den Speisewagen nicht als Businesslounge missbrauchen
    Es steht auch in der Speisekarte, sogar mit Bildchen - im Speisewagen ist weder Laptop noch Mobiltelefon angebracht. Es ist ein Speisewagen (auch wenn er anders heißt), wer hier ist, will was essen. Wenn Du nichts essen willst, hast Du hier nichts verloren. Wenn Du telefonieren willst, geh raus, wie in jedem anderen Restaurant auch. Wenn Du nur was trinken willst, kannst Du Dich oft gesellig an einen Stehtisch stellen, oder das Getränk mit zum Platz nehmen.
  5. Du sollst das Personal ehren
    Es gibt wie überall im Leben auch beim Zugpersonal sehr nette Menschen, und absolute Vollidioten. Hier gilt die goldene Türsteherregel - diskutieren ist zwecklos, und kostet nur Nerven. Gerade Schaffner(innen) sind genug Pöbeleien und Beschwerden ausgesetzt, oft völlig ungerechtfertigt, um sich prinzipiell auf keine Diskussion einzulassen. Ich habe meistens sehr gute Erfahrungen mit Bitten oder Beschwerden gemacht, aber wenn man sich doch mal ungerecht behandelt fühlt oder sich anderweitig beschweren will, sollte man das bei der dafür zuständigen Stelle der Bahn machen, und nicht in der Bahn ausleben.
  6. Du sollst nicht mehr nerven als nötig
    Es ist nichts dagegen einzuwenden im Zug zu telefonieren, Filme zu schauen, Spiele zu spielen, sich zu besaufen, etc. Wer Ruhe will sollte einen Platz im Ruhewagen reservieren. Aber mach keine Show daraus, die will nämlich keiner sehen oder auch nur hören. Stell Deinen Klingelton leise. Fühle Dich nicht wichtig, weil Du in Deinem anyway-Kackenglisch-Gequatsche in Dein Telefon brüllst. Rede niemals extra lauter, damit andere mitbekommen, was Du da tolles erzählst.
German / Deutsch, Computer ScienceMarch 22, 2010 5:36 pm

Amazon informiert seine Kunden darüber, was andere Kunden zusammen mit dem Produkt, welches man sich gerade ansieht, noch so gekauft haben. Dies liefert teilweise recht bizarre Kombinationen, wie das folgende Beispiel für Logitech FreePulse Kabelloser Kopfhörer zeigt:

Amazon und die Korrelation 

Ein Schelm, wer hier an Korrelation in der Bildverarbeitung denkt…

German / Deutsch, Thoughts and DoodleMarch 6, 2010 5:03 pm

Als ich den letzten Eintrag "Warum ich aus der Kirche ausgetreten bin" geschrieben habe, erschien der Mißbrauchsskandal noch als ein vereinzeltes Phänomen. Was sich mittlerweile offenbart ist dermaßen unglaublich, dass mir dafür die Worte fehlen. Dies ist kein Skandal mehr, dies ist ein flächendeckendes Verbrechen der übelsten, abscheulichsten Sorte.

Ich war selten so nachhaltig froh über eine Entscheidung, wie die, aus der katholischen Kirche ausgetreten zu sein. Ich hätte es viel früher tun sollen.

Was hier im Namen der katholischen Kirche verbrochen wurde und wird, trifft den Kern dessen, was ich unter dem "Bösen", oder dem "Teufel" begreife. Diese Verbrecher und deren Mitwisser und Relativierer sind am weitesten von dem entfernt, was Jesus für mich repräsentiert. Man möge der katholischen Kirche wünschen zur Hölle zu fahren, aber da scheint sie längst angekommen zu sein.

Nachtrag zum Nachtrag (12.03.2010):
Ironischerweise sieht der Exorzist des Papstes dies zumindest in Teilen ähnlich:
Teufelszeug im Vatikan auf SPON

German / Deutsch, Thoughts and DoodleFebruary 8, 2010 10:43 pm

Heute bin ich aus der katholischen Kirche ausgetreten. Dazu war ein Besuch im Kölner Amtsgericht notwendig, der mit 30 Euro zu Buche schlägt. Ich habe lange über diesen Schritt nachgedacht, da ich mich definitiv als religiös bezeichnen würde, ohne dies aber ausschließlich mit dem Christentum zu verbinden. Ich bin als Kind oft mit meinem Vater in die Kirche gegangen, und habe auch die Kommunion noch mitgemacht. Die Vorbereitung zur Firmung habe ich abgebrochen und mich erst nach dem Abitur wieder religiösen Themen zugewandt. Ich habe die Kirche immer als unglaublich altmodisch und einfach unattraktiv empfunden, trotzdem hat sie mir eine gewisse spirituelle Grundlage gegeben, die ich nicht missen möchte. Und genau aus diesem Grund habe ich mit dem Austritt gehadert, da man einen solchen in aller verallgemeinerter Konsequenz zu Ende denken muss, und das bedeutet ein Ende der Kirchen, zumindest in der Form, wie wir sie jetzt kennen. Doch ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass es genau so ein Zusammenbruch ist, den die Kirche braucht.

An abstoßenden, widerlichen Beispielen hat es der Kirche in naher und ferner Vergangenheit nie gemangelt, man denke nur an den aktuellen  Mißbrauchsskandal in Berlin und Hildesheim. Dass es bei einer so großen Institution wie der Kirche immer mal wieder zu Skandalen kommt, ist verständlich, aber die auch immer wieder zu beobachtende Unfähigkeit, darauf adäquat zu reagieren, ist erschreckend.

Dazu kommen einige persönliche Erfahrungen mit der Kirche, die mir immer mehr bewusst machten, wie weit ich mich innerlich von diesen Denkeweises entfernt habe. Da ist zum Beispiel diese Hochzeit, bei der der Pfarrer die ganze Zeit was von dem ewigen Bündnis vor Gott schwafelte, es sich nach dem Scheitern dieser Ehe nach ca. 6 Monaten dann aber herausstellte, dass man auch dieses ewige Bündnis vor Gott mit den richtigen Anträgen und ein wenig Wohlwollen der Kirche wieder aufheben kann. Oder die Beerdigung meiner Großmutter. Obwohl der Pfarrer sich lange mit meinem Vater über das Leben meiner Großmutter unterhalten hatte, handelte der Gottesdienst fast ausschließlich über den Antichristen, und das man sich vor dessen Wiederkunft doch bitte sorgen sollte. WAS ZUR HÖLLE! Und das bei der Beerdigung meiner Großmutter. In dem darauf folgenden Vortrag in der Friedhofskapelle (den ein anderer Pfarrer hielt) ging es dann nur um die Sünde des Menschen, und das der Tod diese ja nun endlich von ihm nehmen würde. Leute, meine Großmutter war keine Kriegsverbrecherin, fällt euch da nichts Besseres ein? Oder das Gespräch mit einer Bekannten, die einige Zeit mit einer kirchlichen Gruppe in Afrika war, und mir berichtete, dass die Franziskanernonnen den Leuten erzählen, Kondome wären ja schon deswegen Unsinn, weil die Spermien ja durch die Latexwand kommen würden.

Ich habe diesen Irrsinn nicht mehr ertragen. Sicherlich macht die Kirche auch viel Gutes, aber das machen andere auch, ohne diesen Schwachsinn und dieses Leid zu verbreiten.

Die seltenen Male, die ich in den letzten Jahren in die Kirche ging, waren manchmal auch von viel Sinn und Gutem erfüllt. Dann war da was in der Predigt, was mich ansprach, und ich hatte das bestimmte Gefühl, dass das hier mehr war als Ritus, dass die Kirche durchaus noch das Potential hat, die Menschen auf einer tiefen Ebene anzusprechen. Würde die Kirche endlich mal mit diesem Mittelaltergehabe aufhören, den Menschen anstatt Ritus wirkliche spirituelle Praxis vermitteln, und sich auf ihre ursprünglichen Prinzipien zurückbesinnen, dann hätte sie sicherlich die Möglichkeit, wieder mehr Menschen für sich zu gewinnen. Es gibt zahllose großartige Texte der christlichen Mystik, die voller spirituellem Potential stecken, aber man erzählt den Menschen lieber wieder die gleichen, langweiligen Gleichnisse, vollzieht den gleichen langweiligen Singsang, und lässt die Leute sich den Frieden wünschen. Das ist alles mehr oder weniger ganz nett, aber jemandem der mehr sucht als Ritus und traditionelles Gehabe macht es die Kirche unwahrscheinlich schwer, an Substanz zu kommen. Vom Ritus wenden sich die Menschen immer mehr ab, aber dafür gibt es auch immer mehr, die wirkliche Spiritualität suchen. Diese Suche wird in bester mittelalterlicher Tradition von der Kirche ignoriert, und so wenden sich diese Menschen anderen Religionen, Schulen, oder Sekten zu. Die Kirche scheint immer noch voller Angst zu sein vor den Menschen und ihrem Verständnis der Religion, und so versucht sie weiterhin mit aller Macht jeden so weit es geht fern und unter Kontrolle zu halten. Aber, Gott sei Dank, hat sie damit immer weniger Erfolg.

Nach all den Skandalen, und der Art und Weise wie damit umgegangen wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass die Kirche auch nur annähernd die Kraft hat, sich von innen heraus im nötigen Maße zu reformieren. So konnte die Entscheidung für mich nur lauten, diese Institution nicht weiter finanziell zu unterstützen. Und ob ich ein Christ bin oder nicht, entscheide immer noch ich selber. in 17 Minuten bin ich auf jeden Fall nicht mehr katholisch.

German / Deutsch, Thoughts and DoodleNovember 5, 2009 12:04 pm

Am 6.10.2002 in Berlin entstanden.

Die Welt so nah, so rein.
Nie ein Ende so sehr Anfang war!
Welch farbgetränkter Tod
der schwülen Fracht.

Alles so klar, so mein!
Die Stille bahnt sich Ihren Pfad
Berauscht die Luft - so sanft
und immer sacht.

Endlich hinfort, der Schein!
Klar vibriert des Zaubers Wille
Zersetzt das Falsche bald
mit aller Macht.

Es tritt hervor das Sein
Schön, doch ohne wirres Flimmern
Erscheint das Herz im Sinn -
beseelt die Nacht.

Unix and FriendsOctober 16, 2009 7:27 am

Since a few month I am now trying to work with Apple’s MobileMe service. My main motivation was the purchase of an iPhone, and I finally wanted to have a working and easy to use service managing and syncing my calendar and contacts. Unfortunately, so far it turned out to be one of the crappiest service I have ever seen.

To my setup: in addition to the mentioned iPhone I am mainly using Linux at home and in the office. It was not a surprise that Apple does only support Mail, Address Book, and iCal on a Mac, and Microsoft Outlook on a PC (Windows XP or Windows Vista). But, hey, they also have a Web client at http://www.me.com/, and for me a working web client seemed more than sufficient. So I was willing to pay the annual 79,00 € here in Germany.

The first major surprise was that Apple does only officially support Safari and Firefox browsers on a Mac or PC! WTF!

The last time I saw a message like "this site is optimized for Web Browser XYZ" is at least 5 years ago. Nowadays every run-of-the-mill web developer knows that restricting to a specific browser is a no-go. Not so Apple.

But at first I thought this might be more of a warning which can be safely ignored, like "we do not officially support it, but it works fine". Bogus! MobileMe is absolutely unusable at least under Firefox (and relatives) and Opera under Linux. Here are the main reasons:

  • Changes made to a contact or calendar get regularly lost. The browser constantly reloads the whole page, and then it comes to a surprise if your changes are still there.
  • The whole service is terribly slow.
  • Often the service does not work at all.
  • Basic functionality is missing, like dealing with calendar invites.

I would not even call this beta. This is just embarrassing. And you have to pay for this!

And, what is somewhat worst, your private data is handled absolutely irresponsibly. This became more than apparent a few days ago, when the Web client of MobileMe suddenly showed me the address book of a completely different person (I have no clue who this person is). Here a screenshot:
 

 

That were more than 100 names belonging to someone others address book, and at least the first one was also shown in detail. So, I wonder who sees my addresses once in a while… This is absolutely unacceptable, and one of the worst failures I have seen so far, brought to you by one of the leading software development companies.

For now I can only disadvice to use MobileMe, also not on a Mac or PC, since Apple seems to have serious problems running the service and ensuring your data security. And due to the resitrictive access policy to the iPhone’s app store, iPhone users are at the mercy of this crappy application. But there seem to be alternatives, at least for contact management, Funambol looks interesting.