Lars’ Braindump

German / DeutschMarch 23, 2010 2:15 pm

Wer regelmäßig Deutsche Bahn fährt beobachtet immer wieder die gleichen Anfängerfehler seiner Mitfahrer(innen). Dazu kommt dann noch eine spezielle Kategorie Bahnfahrer, die einem gehörig auf die Nerven fallen kann. Die folgenden Regeln sollen hier helfen, sie beziehen sich im Besonderen auf den Fernverkehr.

Vor der Fahrt

  1. Du sollst nicht umsteigen
    Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, steige nicht um. Umsteigen ist meistens stressig und klappt oft gar nicht. Suche gezielt nach Direktverbindungen, auch wenn die vielleicht etwas länger dauern oder ein wenig teurer sind. Kein Zittern, ob man den Anschlusszug bekommt, kein Rennen auf fremden Bahnsteigen, es lohnt sich!
  2. Wenn Du doch umsteigst, tu es gemächlich
    Die Bahn geht davon aus, dass eine Umsteigezeit von 5 Minuten ausreicht. Wenn ich alleine von meiner eigenen Erfahrung ausgehe, ist das in über der Hälfte aller Fälle nicht ausreichend. Nimm 10 Minuten, mindestens. Dies kann man in der Suche unter "Weitere Optionen" einstellen. Und kenne immer den nächsten Zug, falls Du Deinen Anschluss verpasst.
  3. Du sollst nicht stehen
    Reserviere einen Sitzplatz. Züge neigen dazu voll zu sein, gerade ICEs. Reservieren kostet etwas, aber auch hier gilt - es lohnt sich. Gerade mit Gepäck ist es extrem nervig durch einen vollen Zug zu stolpern, und nach einem freien Sitz zu suchen.
  4. Du sollst Deinen Wagen kennen
    Es gibt für alle Züge mit möglicher Sitzplatzreservierung am Bahnsteig einen sogenannten Wagenstandanzeiger. Dieser verrät, wo der Wagen, in dem sich Dein reservierter Sitzplatz befindet, ungefähr halten wird. Sich rechtzeitig dorthin zu begeben hat den großen Vorteil, nicht durch den halben Zug laufen zu müssen.

Während der Fahrt

  1. Du sollst den Gang freihalten
    Du kannst Dein Gepäck z.B. auf der Ablege über den Sitzreihen ablegen. Lass den Gang frei, das ist kein Hindernisparcours. Außerdem kommt dann der Snackwagen nicht mehr durch.
  2. Du sollst Deine Rückenlehne unangetastet lassen
    Es ist eine Unart, seine Rückenlehne nach hinten zu lehnen. Dies nimmt der Person, die hinter einem sitzt, Platz, und macht so z.B. das Arbeiten am Laptop extrem unangenehm. Eine Ausnahme ist gegeben, wenn hinter Dir keiner sitzt. Wenn Du es nun gar nicht schaffst gerade zu sitzen, dann ist es das Mindeste, die Person hinter Dir darauf aufmerksam zu machen, bevor Du den Sitzt verstellst. So kann sie wenigstens noch ihren Kaffee in Sicherheit bringen.
  3. Du sollst nicht üblen Geruch verbreiten
    Dies bezieht sich besonders auf die Nahrungsaufnahme. Alles, was stinkt, geht gar nicht. Döner oder McRibs sind hier nur die Highlights. Generell ist warme Nahrung nicht für den Zug geeignet. Leberwurstbrötchen sind aber auch zu verachten.
  4. Du sollst den Speisewagen nicht als Businesslounge missbrauchen
    Es steht auch in der Speisekarte, sogar mit Bildchen - im Speisewagen ist weder Laptop noch Mobiltelefon angebracht. Es ist ein Speisewagen (auch wenn er anders heißt), wer hier ist, will was essen. Wenn Du nichts essen willst, hast Du hier nichts verloren. Wenn Du telefonieren willst, geh raus, wie in jedem anderen Restaurant auch. Wenn Du nur was trinken willst, kannst Du Dich oft gesellig an einen Stehtisch stellen, oder das Getränk mit zum Platz nehmen.
  5. Du sollst das Personal ehren
    Es gibt wie überall im Leben auch beim Zugpersonal sehr nette Menschen, und absolute Vollidioten. Hier gilt die goldene Türsteherregel - diskutieren ist zwecklos, und kostet nur Nerven. Gerade Schaffner(innen) sind genug Pöbeleien und Beschwerden ausgesetzt, oft völlig ungerechtfertigt, um sich prinzipiell auf keine Diskussion einzulassen. Ich habe meistens sehr gute Erfahrungen mit Bitten oder Beschwerden gemacht, aber wenn man sich doch mal ungerecht behandelt fühlt oder sich anderweitig beschweren will, sollte man das bei der dafür zuständigen Stelle der Bahn machen, und nicht in der Bahn ausleben.
  6. Du sollst nicht mehr nerven als nötig
    Es ist nichts dagegen einzuwenden im Zug zu telefonieren, Filme zu schauen, Spiele zu spielen, sich zu besaufen, etc. Wer Ruhe will sollte einen Platz im Ruhewagen reservieren. Aber mach keine Show daraus, die will nämlich keiner sehen oder auch nur hören. Stell Deinen Klingelton leise. Fühle Dich nicht wichtig, weil Du in Deinem anyway-Kackenglisch-Gequatsche in Dein Telefon brüllst. Rede niemals extra lauter, damit andere mitbekommen, was Du da tolles erzählst.
German / Deutsch, Computer ScienceMarch 22, 2010 5:36 pm

Amazon informiert seine Kunden darüber, was andere Kunden zusammen mit dem Produkt, welches man sich gerade ansieht, noch so gekauft haben. Dies liefert teilweise recht bizarre Kombinationen, wie das folgende Beispiel für Logitech FreePulse Kabelloser Kopfhörer zeigt:

Amazon und die Korrelation 

Ein Schelm, wer hier an Korrelation in der Bildverarbeitung denkt…

German / Deutsch, Thoughts and DoodleMarch 6, 2010 5:03 pm

Als ich den letzten Eintrag "Warum ich aus der Kirche ausgetreten bin" geschrieben habe, erschien der Mißbrauchsskandal noch als ein vereinzeltes Phänomen. Was sich mittlerweile offenbart ist dermaßen unglaublich, dass mir dafür die Worte fehlen. Dies ist kein Skandal mehr, dies ist ein flächendeckendes Verbrechen der übelsten, abscheulichsten Sorte.

Ich war selten so nachhaltig froh über eine Entscheidung, wie die, aus der katholischen Kirche ausgetreten zu sein. Ich hätte es viel früher tun sollen.

Was hier im Namen der katholischen Kirche verbrochen wurde und wird, trifft den Kern dessen, was ich unter dem "Bösen", oder dem "Teufel" begreife. Diese Verbrecher und deren Mitwisser und Relativierer sind am weitesten von dem entfernt, was Jesus für mich repräsentiert. Man möge der katholischen Kirche wünschen zur Hölle zu fahren, aber da scheint sie längst angekommen zu sein.

Nachtrag zum Nachtrag (12.03.2010):
Ironischerweise sieht der Exorzist des Papstes dies zumindest in Teilen ähnlich:
Teufelszeug im Vatikan auf SPON